Texte
Wie sanfte poetische Melodien schaffen Eva Wieczoreks Arbeiten Szenarien, die gleichsam pulsierend-kraftvoll
und subtil gleichermaßen sind. Reduziert und zusammengefasst rufen sie Bilder in uns wach, welche uns, wie
durch Fensterglas, eine imaginäre Welt hinter der Leinwand erblicken lassen. Als wunderbare Erinnerungen
strahlen sie eine warme Atmosphäre aus und geben uns die Möglichkeit unermessliche visuelle Brücken zu
schlagen. Eva Wieczoreks Motive sprechen die Sinne an: Flächen, Texturen und Farben erschaffen eine eigene
Welt aus Gerüchen, Tönen oder auch aus Stille. Die harmonische Verbindung von sich ergänzenden Flächen und
Farben erzeugen Rhythmus und Gleichgewicht. Mit sanfter Pinselführung werden Wirklichkeit und Träume
zusammengewebt. Es überwiegen ruhige und sanfte Oberflächen, welche zwischen Harmonie und Surrealismus
schwingen, durchbrochen von Frieden und Trauer. Die metaphysische Atmosphäre ist fühlbar und dicht. Schatten
sind kaum wahrnehmbar vorhanden, nur um den Eindruck der plastischen Darstellung zu ermöglichen. Ein
sanftes, mildes Licht durchdringt alles ohne harte Akzente und Ablenkungen. Die Gesichter, die uns offen und
direkt mit erkennbaren Charaktereigenschaften anschauen, werden sensibel in ästhetische Naturlandschaften
versetzt. Die Künstlerin verwendet Motive – beispielsweise das Motiv der spielenden Kinder – die uns aus unseren
Träumen bekannt sind. Es scheint uns, als ob wir ein längst vergessenes Album voller Erinnerungen
durchblättern würden. Ihre Arbeiten sind wie aufleuchtende Momente in der Ruhe und Melancholie des Schlafes.
Die Bilder der Künstlerin wirken beruhigend, sie tauchen ein in die Welt der Träume und blenden Traurigkeiten
und Negatives aus. Sie lassen in eine unverdorbene berauschende Welt hinabtauchen, in welcher wir uns frei und
ungekünstelt bewegen können.
Rijeka 2010, Kurator Prof. Jasna Rodin
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"Ihre sparsame, disziplinierte Gemälden wirken beruhigend und entspannend. Sie drängen nicht auf, engagieren
den Betrachter nicht, schwere und unbekannte Inhalte oder kompliezierte Botschaften aufzudecken. Sie strömen
Harmonie und Ordnung aus. Diese Malerei weckt in uns ein metaphysischen Deja vu, die Rückkehr zu unseren
privaten Träumen. Die Künstlerin nimmt uns mit auf ihre eigene Reise in die Tiefen der Fantasie- sie öffnet ihre
Sensibilität und nicht alltägliche Empfindungen. Es ist wie ein Traum mit offenen Augen in dem jeder dort
hingelangt, wo es seine Phantasie erlaubt. Der sensiblere und kunstinteressierte Kenner wird im schweigenden,
irgendwie im Universum aufgehängten, leeren und geheimnisvollen Klima der Bilder von Eva Wieczorek die
Atmosphäre der Arbeiten von Georgio de Chirico wieder finden, besonders aus den Jahren 1911-1914,
die menschenleeren und toten Städten darstellten. Die Autorin beansprucht die Malerei von Portraits, besonders
von Kindern, von Landschaften, Genrebilder, Architektur sowie eines mit Wasser verbundenen thematischen
Ziklus - ihre physischen und gefühlsmäßigen Zuständen. Er ist nach meiner Ansicht am interessantesten im
ganzen bisherigen Schaffen der Künstlerin, besonders wenn man ihn mit anderen kontrastreichenwirkenden
Bilder konfrontiert, z. B. mit den Wüstenlandschaften. Die konträren Koonfigurationen von Wärme und Kälte
wurden in diesen Arbeiten so suggestiv plastisch gelöst, dass sie zu genaueren Analisen und Reflexionen
inspirieren können." (Ausschnitt)
Krakau 2008, Kurator des Schlesischen Museums Maria Fiderkiewicz
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"Ich erinnere mich an die ersten Werke, die materialisierte Form der großen Lebensenergie, die die Autorin in sich
trug. In der Technik der Aquarelle gefertigt, bezauberte sie mit der Präzision des ersten untrüglichen Stils. Es war
der entscheidende Versuch, denn die Künstlerin begnügte sich nicht mit der bereits ausgearbeiteten Ästhetik. Sie
entwickelte sich, lernte dazu und bereicherte ihre Werkstatt um neue Techniken, die andere Bereiche der
Wahrnehmung eröffneten. Bewußt nutzt sie Spezifik des Acryl-, Öl- oder Aquarell/Goauchestoffes um ihre
individuelle Stil und Ausdrucksform zu finden"
"Die Widerspiegelung des Himmels und der Landschaft mit futuristischem Gebäude aus Glas und Beton wie aus
den Bildern von Margritte und die komplizierte Jugend verschlossen in der Gestalt mit dem Schmetterling mit
Besessenheit wiederkehrend in der "venezianischen" Landschaft - vielleicht nur ein Spiel mit Licht und Schatten.
In den letzten Bildern entschied sich Eva Wieczorek verschiedene Farben des Schattens zu erkunden und durch
diese neue Erfahrung gewinnt ihre Kunst an Tiefe, Reflexion und Wahrheit. Es ist das Aufhalten der Zeit, die die
Künstlerin in einem konkreten Werk einschloss. Diese Bilder geben die in Ihnen versammelte positive Energie
wieder und die darin enthaltene Metapher wird zu einer universellen Sprache des Einverständnisses zwischen
dem Schöpfer und dem Betrachter." (Ausschnitte)
Kattowitz Polen 2007, Prof. Roman Kalarus Kunsthochschule in Kattowitz
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"Nach dem "Wintertraum", soder Titel Ihre Ausstellung im Dezember 2005 in der Rathausgalerie, gehen Sie heute
mit den neusten Ergebnissen Ihres Künstlerischen Schaffens an die Öffentlichkeit. Eine wahre kreative
Schaffensperiode liegt hinter Ihnen. Ich freue mich darum sehr, Sie und alle Gäste zur Eröffnung der Ausstellung
ganz herzlich zu begrüßen. Sie meine Damen und Herren, sind vermutlich auch gerne wieder der Einladung der
Künstlerin gefolgt, weil der Erfolg versprechende Auftakt mit den wunderbaren Arbeiten der ersten Ausstellung
neugirig auf von Eva Wieczorek macht, oder aber auch, weil der Titeldieser Ausstellung, nämlich "Architektonische
Aussichten" sehr gut mit diesem historischen Gemäuer korrespondiert und dabei "aussichtvolle" Erwartungen
weckt. Frau Wieczorek hat mit diesem Thema offenbar einen feinen Sensor für die Schwingungen von Architektur
und Mensch erspürt. Über ein Jahr lang hat sich die Künstlerin mit ihrem Thema auseinandergesetzt, nun hat sie
ihre eigenevielfältige Ausdrucksformen in der Darstellung gefunden. Wer sich auf die Arbeiten von Frau Wieczorek
einlässt, der wird belohnt; die Bilder laden geradezu auffordernd alle abetrachterinen und Betrachter ein, sich auf
der Sichtweise der Künstlerin einzulassen, die viele neue Perspektiven eröffnen. Ihre Arbeiten Frau Wieczorek,
lehren uns genauer hin zu sehen, das war jedenfalls mein Eindruck nach den ersten Durchgang. Unsere Sinne
arbeiten in der Regel selektiv und oberflächlich. Wir fassen Eindrücke gewohnmäßig auf, wel nicht ständig
bewusst und konzentriert beobachten können. Zwar ist auch Ihre Erfahrung, liebe Frau Wieczorek subjektiv, aber
sie lebt in der kreativen Auseinandersetzung mit Ihre eigene Wahrnehmung. Für diejenige unter uns, die die
Künstlerin noch nicht kennen, möchte ich, bevor ich intensiver auf die Arbeiten eingehe, den künstlerishen
Werdegang skizzieren. Geboren in Katowice, interessierte sich Frau Wieczorek bereits früh für Malerei,
insbesondere der Onkel der malte, brachte sie mit der bildende Kunst in Kontakt"." Die Malerei von Eva
Wieczorek ist dem Realismus verhaftet, allerdings finden verschiedene Spielarten Eingang in Ihre Kunst. So gibt
es zuweilen fast realistisch anmutende Gemälde wie z. B. eine Wüstenlandschaft, in der unterschiedliche
Farbtöne des Sandes abgebildet sind, teils im Schatten liegend, teils in inder Sonne leuchtend. Einige Motive
erinnern an den magischen Realismus. Dies trifft besonders an die Werke zu, in denen die Landschaften und
Architekturen seltsam menschenleer scheinen und das Licht sehr hart und klar die fast gespenstische Szenerien
ausleuchtet. Auch surrealistische Elemente finden sich in den Arbeiten der Künstlerin. Nicht ohne Grund trägt ein
Aquarell den Titel Traum. Es stellt eine Villa in eine Traumlandschaftdar. Das von Zypressen teilweise verdeckte
Gebäude wirkt irreal und geheimnisvoll. Fast schon margrittehaften Zügen sieht sich der Betrachter des Werkes
Frühling gegenübergestellt. Ein glücklich lächendes Mädchen im Sommerkleid und mit Blumenstrauß steht
inmitten eines von Schnee bedeckten Feldes. Nicht ohne beabsichtigte Symbolik sei dieses Gemälde entstanden,
erläutert die Künstlerin im Gespräch mit Kunsthistorikerin Brigitte Freericks. Auch hier, und dies ist eine der
großen gleich bleibenden Komponenten im Werk der Künstlerin, liegt das besondere Augenmerk auf die
Lichtführung. Licht und Schatten, Spiegelungen und Reflexe sind die wiederkehrende Elemente im Werk der
Künstlerin." (Ausschnitte)
Brühl 2007, Kunsthistorikerin Brigitte Frericks, Grußwort vom Bürgermeister Michael Kreuzberg anlässlich der
Ausstellung "Architektonische Aussichten"
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